Deutschland und Japan wollen ihre militärische Zusammenarbeit angesichts einer zunehmend volatilen globalen Sicherheitslage ausbauen. Verteidigungsminister Boris Pistorius und sein japanischer Amtskollege Shinjiro Koizumi vereinbarten bei einem Treffen im Marinestützpunkt Yokosuka nahe Tokio, die Kooperation insbesondere im Rüstungsbereich zu intensivieren und Mechanismen für eine engere Abstimmung im Krisenfall zu schaffen.
„Regelbasierte Ordnung erfordert engere Zusammenarbeit“
Pistorius betonte, dass Deutschland und Japan als Mittelmächte, die für eine regelbasierte internationale Ordnung eintreten, noch enger zusammenrücken müssten. Ziel sei es, gemeinsame Werte zu verteidigen und die eigene Handlungsfähigkeit zu stärken. Koizumi verwies auf die rasanten Veränderungen der globalen Sicherheitslage und erklärte, dass kein Staat mehr allein auf die neuen Herausforderungen reagieren könne. Die Zusammenarbeit gleichgesinnter Partner sei heute wichtiger denn je.
Asienreise mit strategischem Fokus
Im Rahmen seiner Asienreise wird Pistorius auch Singapur und Australien besuchen. Ziel ist es, bestehende Verteidigungskooperationen auszubauen und neue strategische Partnerschaften zu etablieren. Teil der Delegation sind auch Vertreter führender deutscher Rüstungsunternehmen, was die wirtschaftliche Dimension der Zusammenarbeit unterstreicht.
Fokus auf Technologie und Innovation
Mögliche Kooperationsfelder liegen insbesondere bei unbemannten militärischen Systemen und fortschrittlichen Rechentechnologien. Dabei steht auch die Frage im Raum, ob das japanische Technologieunternehmen Fujitsu in der Lage ist, Hochleistungsrechner der nächsten Generation unabhängig von China oder den USA zu entwickeln.
Ausbau bestehender Strukturen
Deutschland hatte Japan bereits 2010 bei Rüstungsexporten den NATO-Partnern gleichgestellt und damit die Zusammenarbeit erleichtert. Seit 2021 existiert zudem ein Rahmen für den Austausch sensibler Daten zu Waffensystemen. Dennoch blieb die Kooperation bislang begrenzt. Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen streben beide Länder nun eine deutliche Vertiefung ihrer strategischen Partnerschaft an.


