Siemens hat nach einem starken Auftakt ins Geschäftsjahr seine Prognose angehoben. Der Münchner Technologiekonzern meldete einen deutlichen Anstieg bei Auftragseingang und vergleichbaren Umsätzen im ersten Quartal und erhöhte daraufhin seine Erwartung für das Ergebnis je Aktie im Geschäftsjahr 2026. Vorstandsvorsitzender Roland Busch erklärte: „Unsere starke Performance im ersten Quartal zeigt, dass wir unsere Strategie konsequent umsetzen. Nach einem guten Start ins Geschäftsjahr heben wir unseren Ausblick an.“
Nettogewinn rückläufig, operatives Ergebnis steigt
Der Nettogewinn belief sich im ersten Quartal auf 2,22 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte Siemens noch 3,87 Milliarden Euro ausgewiesen. Allerdings enthielt das Vorjahresergebnis einen einmaligen Erlös von 2,1 Milliarden Euro aus dem Verkauf der Tochter Innomotics. Der Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten stieg im ersten Quartal um knapp ein Viertel.
Auftragseingang wächst zweistellig
Der Auftragseingang legte vergleichbar um 10 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro zu. Der Umsatz im Industriegeschäft stieg um 8 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro. Nach Veröffentlichung der Zahlen sprang der Aktienkurs im frühen Handel deutlich an. Die Marktkapitalisierung überschritt 217 Milliarden Euro, womit Siemens den Softwarekonzern SAP als wertvollstes Unternehmen im DAX überholte.
Künstliche Intelligenz als Wachstumstreiber
Busch betonte, dass die starke Entwicklung auch auf die erfolgreiche Skalierung und Integration von künstlicher Intelligenz in den Geschäftsprozessen zurückzuführen sei. „Siemens ist in seinen Wachstumsmärkten sehr gut positioniert. Künstliche Intelligenz ist ein starker Wachstumstreiber für unser Geschäft“, sagte er. Die Prognose für das Ergebnis je Aktie wurde von zuvor 10,40–11 Euro auf 10,70–11,10 Euro angehoben.
Smart Infrastructure liefert größten Beitrag
Den größten Ergebnisbeitrag leistete die Sparte Smart Infrastructure, deren Gewinn um 18 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro stieg. Finanzvorstand Ralf Thomas sprach von einem „herausragenden“ Auftragseingang, insbesondere im Zusammenhang mit dem Bau von Rechenzentren. Auch die zuletzt schwächelnde Sparte Digital Industries zeigte eine deutliche Verbesserung. Das Ergebnis stieg um 37 Prozent auf 804 Millionen Euro. Der Auftragseingang erhöhte sich um 15 Prozent, gestützt durch eine Erholung im Automatisierungsgeschäft. Die kleinste der drei Sparten, Mobility, entwickelte sich ebenfalls positiv. Das Ergebnis stieg um 15 Prozent auf 286 Millionen Euro.


