China hat eine wichtige Fördermaßnahme für seine Solarindustrie beendet. Seit dem 1. April gilt für exportierte Solarprodukte keine Mehrwertsteuererstattung mehr, die zuvor bei 9 Prozent lag. Die Maßnahme kommt vor dem Hintergrund einer erheblichen Überproduktion und intensiver Preiskämpfe auf dem Weltmarkt.
Photovoltaikprodukte besonders betroffen
Von der Regelung betroffen sind insbesondere Photovoltaikprodukte sowie phosphorbasierte Chemikalien. Das chinesische Finanzministerium nannte zunächst keinen konkreten Grund für die Entscheidung. Beobachter sehen darin jedoch einen möglichen Versuch, die extremen Preisverwerfungen im internationalen Solarmarkt zu begrenzen.
Europäische Hersteller unter Druck
In Europa, insbesondere in Deutschland, stehen Hersteller seit Jahren unter Druck durch günstige Solarprodukte aus China. Ein prominentes Beispiel ist der Schweizer Hersteller Meyer Burger, der im vergangenen Jahr Insolvenz für seine Standorte in Sachsen und Sachsen-Anhalt anmelden musste. Das Unternehmen verwies auf den intensiven Wettbewerb mit sehr günstigen chinesischen Solarmodulen.
Unterstützung aus der Branche
Der Branchenverband China Photovoltaic Industry Association begrüßte die neue Regelung. Die Organisation erklärte, chinesische Solarunternehmen hätten seit 2024 unter ruinösem Wettbewerb auf internationalen Märkten gelitten.
Ziel: Stabilere Preise und weniger Handelskonflikte
Die Maßnahme könnte dazu beitragen, eine rationalere Preisbildung im Ausland zu ermöglichen und Handelskonflikte mit wichtigen Partnern zu reduzieren. In den vergangenen Jahren hatten sowohl die EU als auch die USA verstärkt Maßnahmen gegen günstige Solarimporte aus China geprüft.
Neue Dynamik im globalen Solarmarkt
Analysten erwarten, dass der Schritt die Wettbewerbsbedingungen im globalen Solarsektor verändern könnte. Als weltweit größter Produzent spielt China eine zentrale Rolle in der Preisbildung, weshalb politische Entscheidungen in Peking erhebliche Auswirkungen auf internationale Märkte haben können.


