Die deutsche Wirtschaft wird trotz eines milliardenschweren staatlichen Fiskalpakets im laufenden Jahr nur schwach wachsen. Laut einer Prognose des Institute for Employment Research (IAB) wird ein Wachstum von lediglich 0,8 Prozent erwartet. Belastend wirken insbesondere geopolitische Risiken, darunter die Auswirkungen des Iran-Konflikts auf Energiepreise und Handelsströme.
Geopolitische Belastungen bremsen Konjunktur
Nach Einschätzung des IAB könnte allein die Krise im Nahen Osten das Wirtschaftswachstum um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte reduzieren. Steigende Energiepreise und Handelsstörungen treffen insbesondere die exportorientierte Industrie. IAB-Forscher Enzo Weber betonte, dass diese Faktoren auch die Beschäftigungsentwicklung negativ beeinflussen.
Demografischer Wandel verschärft Lage
Ein weiterer struktureller Faktor ist der demografische Wandel. Das Arbeitskräftepotenzial sinkt erstmals um rund 40.000 Personen auf 48,62 Millionen. Der Ruhestand der Babyboomer verschärft den Fachkräftemangel und stellt eine langfristige Herausforderung für die Wirtschaft dar.
Arbeitsmarkt mit gemischtem Bild
Die Zahl der Arbeitslosen dürfte im Jahresdurchschnitt um 40.000 steigen, wobei der Anstieg vor allem im ersten Halbjahr erwartet wird. Im weiteren Jahresverlauf könnte sich die Lage leicht entspannen. Neue Arbeitsplätze entstehen vor allem im öffentlichen Dienst, im Gesundheitswesen und im Bildungssektor, während die Beschäftigung in der Industrie weiter zurückgeht.
Industrie verliert weiter Arbeitsplätze
Für die Industrie wird ein Rückgang um rund 140.000 Arbeitsplätze prognostiziert. Hohe Energiepreise und Unsicherheiten im Welthandel setzen die Branche weiterhin unter Druck. Die Entwicklung deutet auf einen strukturellen Wandel der deutschen Wirtschaft hin, bei dem traditionelle Industrien zunehmend an Bedeutung verlieren.


