Der Aufbau des interregionalen Wasserstoff-Pipelinenetzes in Deutschland kommt planmäßig voran. Der Baustart erfolgte 2025, und die bisherige Umsetzung liegt im Zeitplan, teilte der Branchenverband FNB Gas mit.
Bis Ende 2025 sollen 525 Kilometer des sogenannten Wasserstoff-Kernnetzes fertiggestellt sein. Ein Großteil dieser Strecke basiert auf umgewidmeten Erdgasleitungen. Zu den jüngsten Meilensteinen zählt eine 400 Kilometer lange Pipeline vom Ostseeraum durch Brandenburg bis nach Sachsen-Anhalt.
Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist grüner Wasserstoff von zentraler Bedeutung für die Energiewende. Mit Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, kann Wasserstoff fossile Energieträger wie Kohle und Erdgas in Industrie, Energieerzeugung und Verkehr ersetzen. Bei der Nutzung entsteht Wasser statt CO₂ – auch wenn die Herstellung selbst energieintensiv ist.
9.040 Kilometer bis 2032 geplant
Nach aktueller Planung soll das Wasserstoff-Kernnetz bis 2032 eine Länge von 9.040 Kilometern erreichen und alle Bundesländer miteinander verbinden. Rund 60 % der Trassen entstehen durch die Umrüstung bestehender Erdgasleitungen, während 40 % komplett neu gebaut werden.
Für 2026 sind weitere 142 Kilometer vorgesehen, erneut überwiegend auf Basis umgewidmeter Leitungen. Im Jahr 2027 sollen zusätzlich 1.521 Kilometer folgen. Ob diese mittelfristigen Ausbauziele unverändert bleiben, ist derzeit noch offen.
Milliardeninvestitionen in Wasserstoff
Deutschland treibt den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft mit erheblichen Finanzmitteln voran. Im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie stellt der Bund rund 9 Milliarden Euro für Erzeugung, Infrastruktur und Markthochlauf bereit. Ergänzt wird dies durch weitere Förderprogramme auf EU-Ebene sowie durch private Investitionen von Energie- und Industrieunternehmen. Ziel ist es, Deutschland als führenden Wasserstoffstandort in Europa zu positionieren und die Industrie langfristig klimaneutral aufzustellen.


